Großveranstaltungen mit dynamischen Menschenströmen und großem Besucherandrang stellen Sicherheitsverantwortliche vor große Herausforderungen. Wie lässt sich die Zutrittskontrolle organisieren und welche Standards und Sicherheitsplattformen brauchen Veranstalter?
Bei heutigen komplexen Großveranstaltungen müssen nicht nur die eigentlichen Veranstaltungsbereiche wie etwa Stadien oder Messegelände, sondern auch Zufahrtswege und Verkehrsinfrastruktur gesichert werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Zusammenarbeit, Übersicht und Skalierbarkeit.
Klassische Videoüberwachung stößt an Grenzen
Trotzdem setzen viele Betreiber weiterhin auf klassische Videoüberwachung. Doch CCTV-Systeme liefern in erster Linie Bilder, nicht automatisch priorisierte Informationen. Angesichts der heutigen Datenmenge reicht es nicht mehr, nur zu beobachten. Entscheidend ist es, relevante Ereignisse schnell zu erkennen und einzuordnen. Isolierte Systeme stoßen hier an ihre Grenzen. Ein integriertes Lagebild kann dagegen sicherheitsrelevante Daten wie Videos, Zutrittsereignisse, Türstatus, Alarme oder Informationen zu Besucherströmen auf einer gemeinsamen Oberfläche zusammenführen. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der Situation.
Vom Kamerabild zum Lagebild
Wie rund 100 Kameras mit einem gemeinsamen Lagebild für die Sicherheit in einem Erlebniszentrum sorgen können, zeigt das Beispiel der World of Volvo in Göteborg. Auf einer Fläche von 22.000 Quadratmetern erleben dort täglich rund 2.500 Besucher interaktiv die Welt der Volvo Fahrzeuge und Shows. Die Sicherheitsstrategie basiert dabei auf einer zentralen Plattform.
Die Rolle von KI und Videoanalyse
KI-gestützte Videoanalyse kann dabei helfen, aus großen Datenmengen relevante Muster zu erkennen und Sicherheitsverantwortliche auf mögliche Ereignisse aufmerksam zu machen. Das SoFi Stadium bei Los Angeles, in dem kürzlich Spiele der Fußball-WM ausgetragen wurden, bündelt auf einer Sicherheitsplattform die Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, automatische Nummernschilderkennung und weitere physische Sicherheitssysteme. Die Mitarbeiter verwalten mehr als 3.000 Kameras, 700 Lesegeräte sowie zahlreiche Systeme und Sensoren. KI-gestützte Videoanalyse kann beispielsweise dabei unterstützen, ungewöhnliche Bewegungen oder kritische Menschenansammlungen zu identifizieren. Wichtig bleibt dabei: KI unterstützt die menschliche Entscheidungsfindung, ersetzt sie aber nicht.
Mehr Integration und KI-Einsatz
Offene Plattformen ermöglichen die Integration unterschiedlicher Systeme und Akteure. Gerade bei Großveranstaltungen und Messen ist dies relevant, damit Veranstalter, Sicherheitsdienste und Behörden effizient zusammenarbeiten können.
Für Großevents werden deshalb in den kommenden Jahren vor allem drei Entwicklungen prägend sein: stärker integrierte Plattformen, der zunehmende Einsatz von KI sowie flexible Cloud- oder Hybridmodelle. Entscheidend für die Sicherheitsverantwortlichen ist dabei, Daten sinnvoll zu verknüpfen und für den operativen Einsatz nutzbar zu machen.
Gastbeitrag von Mark Heller, Regional Sales Manager Austria & Switzerland bei Genetec, über moderne Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen.
Quelle: Messe & Event Magazin
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