Digitale Souveränität, IT-Sicherheit und technologische Unabhängigkeit rücken zunehmend in den Fokus von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Mit dem Karlsruher Manifest definiert die Initiative karlsruhe.digital zwölf Handlungsfelder, um die Kompetenzen des Standorts weiter auszubauen. Die DSCX – Digital Sovereignty Confex greift diese Themen im Juni 2027 auf und verbindet fachliche Orientierung mit konkreten Lösungsansätzen.
Wie lässt sich digitale Souveränität praktisch gestalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Karlsruher Manifest zur Digitalen Souveränität, das die Initiative karlsruhe.digital vorgestellt hat. Das Papier beschreibt zwölf Handlungsfelder, mit denen Karlsruhe seine Kompetenzen stärken und sich als Standort für sichere, transparente und nutzerorientierte digitale Lösungen weiterentwickeln will.
Digitale Souveränität bedeutet dabei, selbstbestimmt entscheiden, sicher handeln und technologische Abhängigkeiten erkennen zu können. Ziel ist es, auch in kritischen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Im Mittelpunkt stehen nicht Abschottung oder technologische Isolation, sondern Kompetenz, Vertrauen, Offenheit und die Fähigkeit, digitale Lösungen zu verstehen, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Zu den zwölf Handlungsfeldern zählen unter anderem IT-Sicherheit, Datenschutz, transparente Technologien, Open Source, Datenhoheit, offene Standards, Bildung und Technologietransfer. Karlsruhe soll als Erprobungsraum dienen, in dem sich entsprechende Ansätze entwickeln, testen und in die Praxis übertragen lassen.
Karlsruhe verbindet Recht, Forschung und Technologie
Für diese Positionierung bringt die Stadt wichtige Voraussetzungen mit. Karlsruhe vereint Recht, Wissenschaft, IT-Sicherheitsforschung, Wirtschaft und gesellschaftliches Engagement. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verwaltung und regionale Netzwerke arbeiten eng zusammen. Das Manifest versteht Karlsruhe deshalb als Kompetenzstandort und mögliches Reallabor für digitale Souveränität.
Karlsruhes Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz betonte die Bedeutung dieser Verbindung: „Wir erleben eine rasante Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz, die mit neuen Herausforderungen und Fragen nach Transparenz, Kontrolle, Sicherheit und Finanzverantwortung einhergeht. Karlsruhe bringt außergewöhnlich gute Voraussetzungen mit, um darauf Antworten zu finden. Wir sind die Stadt des Rechts, ein Hotspot für Digitalthemen, ein Standort exzellenter IT-Sicherheitsforschung und zugleich eine starke Technologieregion mit innovativen Unternehmen, einem engagierten Mittelstand und einer aktiven Stadtgesellschaft.“
DSCX bringt digitale Souveränität in die Anwendung
An diese Zielsetzung knüpft die DSCX – Digital Sovereignty Confex an. Die Fachveranstaltung findet am 15. und 16. Juni 2027 in der modernisierten Stadthalle des Kongresszentrums Karlsruhe statt. Sie richtet sich an Entscheider und Verantwortliche für IT und Digitalisierung aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung.
Die DSCX soll Orientierung zu zentralen Zukunftsfragen bieten und zugleich konkrete Wege für die Umsetzung aufzeigen. „Digitale Souveränität darf nicht bei Grundsatzerklärungen stehen bleiben. Die DSCX schafft einen Ort, an dem Verantwortliche konkrete Lösungen kennenlernen, Erfahrungen austauschen und nächste Schritte für die eigene Organisation entwickeln können“, betont Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe.
Inhaltlich stehen unter anderem IT-Sicherheit und Cyber-Resilienz, Datenhoheit und Datenschutz, transparente und verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz sowie offene Standards und Interoperabilität auf dem Programm. Weitere Schwerpunkte sind sichere digitale Infrastrukturen, Cloudsouveränität, Open Source, überprüfbare Systeme, digitale Beschaffung, Exit-Fähigkeit und der Transfer praxiserprobter Pilotprojekte.
Das Konzept kombiniert eine Konferenz mit begleitender Ausstellung. Fachvorträge, Diskussionen und Workshops sollen Wissen vermitteln und den Austausch mit Experten ermöglichen. In der Ausstellung präsentieren ausgewählte Unternehmen, Technologieanbieter und Initiativen konkrete Lösungen und Best Practices.
Kuratorium begleitet Programm und Ausstellung
Die fachliche Qualität der DSCX wird durch ein Kuratorium begleitet. Es bewertet die Kompetenzen der Aussteller und Speaker, prüft Inhalte und gibt Empfehlungen für die Programm- und Ausstellungsplanung ab. Dem Gremium gehören Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, Jan Wiesenberger, Vorstand des Forschungszentrums Informatik (FZI), Dirk Fox, Geschäftsführer von Secorvo Security Consulting, Luise Kranich, Abteilungsleiterin beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), sowie Prof. Dr. Jörn Müller-Quade, Direktor Cybersecurity und Law am FZI, an.
Ergänzend bringt ein Supporting Committee Impulse aus der Region ein und stärkt die regionale Verankerung der Veranstaltung. Vertreten sind Christine Regitz von der Gesellschaft für Informatik, Carolin Engel von karlsruhe.digital, Markus Losert von der Stadt Karlsruhe, Alexander Rabe von eco – Verband der Internetwirtschaft, David Hermanns vom CyberForum, Jennifer Tiedemann von ZenDIS sowie Dr. Miriam Biller von der Schwarz Stiftung.
Die DSCX wird gemeinsam vom Forschungszentrum Informatik (FZI), der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative KA-IT-Si und der Messe Karlsruhe gestaltet. Die Stadt Karlsruhe unterstützt die Veranstaltung ideell.
Mit dem Karlsruher Manifest und der DSCX werden damit zwei Ansätze miteinander verbunden: die strategische Auseinandersetzung mit digitaler Souveränität und der Austausch über konkrete Lösungen für deren Umsetzung in Unternehmen, Forschung und Verwaltung.
Quelle: Messe & Event Magazin
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