Die Schönbrunn Group zieht für das Geschäftsjahr 2025 eine durchwegs positive Bilanz. Mit einem Umsatz von 97,3 Millionen Euro, einem Jahresüberschuss von 11,85 Millionen Euro und insgesamt 5,26 Millionen Besuchen an den vier Standorten Schloss Schönbrunn, Sisi Museum, Möbelmuseum Wien und Schloss Hof verzeichnete das Unternehmen ein deutliches Wachstum. Gleichzeitig flossen 14,7 Millionen Euro in Bau-, Restaurierungs- und Investitionsprojekte, die vollständig aus eigenen Mitteln finanziert wurden.
„Wirtschaftlicher Erfolg ist für uns kein Selbstzweck. Er schafft die Grundlage dafür, Österreichs imperiales Erbe zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, zeitgemäß zu vermitteln und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, erklärt Geschäftsführer Klaus Panholzer. „Wir finanzieren unseren laufenden Betrieb sowie unsere Investitionen und Restaurierungen aus eigener Kraft und ohne öffentliche Zuschüsse aus Steuergeld. Im Gegenteil: Wir tragen in zweistelliger Millionenhöhe zum Bundesbudget bei.“
Besucherplus an allen Standorten
Alle Standorte der Schönbrunn Group konnten 2025 ihre Besucherzahlen steigern. Schloss Schönbrunn blieb mit rund 3,96 Millionen Besuchen der mit Abstand stärkste Publikumsmagnet und legte um 10,3 Prozent zu. Das Sisi Museum begrüßte trotz laufender Umbauarbeiten rund 927.000 Gäste (+6,3 Prozent), während das Möbelmuseum Wien mit rund 62.000 Besuchen (+17 Prozent) einen neuen Rekord erzielte. Schloss Hof verzeichnete mit rund 308.000 Besuchen ein Plus von 19,4 Prozent und erreichte sowohl bei den Besucherzahlen als auch beim Verkauf von Jahreskarten Bestwerte.
Rund 71 Prozent der Gäste kamen aus Europa. Deutschland blieb mit 14,1 Prozent der wichtigste Auslandsmarkt, gefolgt von Italien (12,5 Prozent) und den USA (11,3 Prozent). Auch die Zahl der österreichischen Besucher stieg um 9,3 Prozent.
18,7 Millionen Euro für die Republik Österreich
Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung leistete die Schönbrunn Group 2025 insgesamt 18,7 Millionen Euro an die öffentliche Hand. Davon entfielen rund 15,3 Millionen Euro auf Fruchtgenuss- beziehungsweise Pachtentgelte sowie 3,4 Millionen Euro auf Körperschaftsteuer.
„Diese Zahlen unterstreichen die besondere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Schönbrunn Group ebenso, wie ihre nachhaltige Ausrichtung”, so Panholzer: „Das Unternehmen finanziert nicht nur den laufenden Betrieb und umfangreiche Investitionen selbst, sondern leistet zugleich einen erheblichen Beitrag an die Republik Österreich.”
Etwa 70 Prozent der Erlöse wurden durch Eintrittsgelder erzielt. Weitere Einnahmen stammten aus Shops (13 Prozent), Vermietung, Verpachtung und Veranstaltungen (15 Prozent) sowie sonstigen Erlösen (2 Prozent).
Investitionen in Kulturerbe und Besuchererlebnis
Ein Schwerpunkt des vergangenen Jahres lag auf der Restaurierung historischer Räume in Schloss Schönbrunn. Dazu zählen die laufende Gesamtrestaurierung des Zeremoniensaals sowie die abgeschlossenen Arbeiten im Blauen Chinesischen Salon und im Miniaturenkabinett.
„Jede Restaurierung ist zugleich ein wissenschaftlicher Erkenntnisprozess“, erklärt Anna Mader-Kratky, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Schönbrunn Group. „Indem wir historische Substanz sichern, gewinnen wir neue Einblicke in Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte – und schaffen damit die Grundlage für eine fundierte Vermittlung unseres kulturellen Erbes.“
Auch das Sisi Museum wird umfassend erweitert. Zwölf zusätzliche Räume, darunter bisher nicht öffentlich zugängliche Weißgoldzimmer, vergrößern die Ausstellungsfläche um rund 700 Quadratmeter. Die Eröffnung des neu gestalteten Museums ist für den 19. November 2026 geplant.
Schloss Hof investiert in Familienangebote
Mit einem neuen Wassererlebnispfad auf mehr als 2.000 Quadratmetern sowie dem Ausbau der Infrastruktur setzte Schloss Hof 2025 ebenfalls wichtige Akzente. Neben neuen überdachten Stellplätzen wurde eine Photovoltaikanlage mit 465 Modulen errichtet, die künftig Strom direkt am Standort erzeugt.
„Jede bauliche Maßnahme an unseren Standorten muss zwei Ziele erfüllen: Sie muss den laufenden Betrieb und das Besuchserlebnis verbessern und zugleich die historische Substanz schützen“, sagt Herbert Polsterer, stv. Direktor und Leiter der technischen Abteilung der Schönbrunn Group. „In diesem Spannungsfeld liegt die besondere Verantwortung unserer Arbeit.“
Neue Ausstellungen und Blick in die Zukunft
Auch inhaltlich setzte die Schönbrunn Group 2025 neue Schwerpunkte. Schloss Hof widmete sich mit der Ausstellung „Der Eugen hinter dem Prinzen“ dem 300-jährigen Jubiläum der Anlage, während das Möbelmuseum Wien unter dem Jahresthema „Routen“ unter anderem Ausstellungen zu Hedy Lamarr, Josef Frank sowie japanischem Porzellan präsentierte und ebenfalls Rekordbesuche verzeichnete.
Für die kommenden Jahre stehen weitere Projekte auf dem Programm. Neben der Eröffnung des erweiterten Sisi Museums sind ein restauriertes historisches Karussell in Schönbrunn, neue Hotel-Suiten im Schloss Schönbrunn sowie ein neues Nächtigungsangebot auf Schloss Hof geplant.
„Wir bewahren Geschichte nicht statisch“, betont Panholzer. „Wir erhalten sie, machen sie zugänglich und entwickeln sie mit Verantwortung für kommende Generationen weiter.“
Quelle: Messe & Event Magazin
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