Die internationale Messewirtschaft zeigt sich auch im Sommer 2026 robust. Das geht aus der 37. Ausgabe des Global Exhibition Barometer der UFI – The Global Association of the Exhibition Industry – hervor. Demnach rechnen weltweit 27 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent im Jahr 2026. Weitere 38 Prozent erwarten eine stabile Geschäftsentwicklung.
Auch bei der Ertragslage überwiegt der Optimismus: Für das Jahr 2025 berichten 37 Prozent der Unternehmen von einem Anstieg des operativen Gewinns um mehr als zehn Prozent, während die Hälfte stabile Ergebnisse erzielt hat. Für 2026 fallen die Erwartungen zwar etwas vorsichtiger aus, dennoch rechnen 54 Prozent mit konstanten Gewinnen.
Nahost-Konflikt mit bislang begrenzten Folgen
Die aktuelle Situation im Nahen Osten wirkt sich nach Einschätzung der Branche bislang nur begrenzt auf das internationale Messegeschäft aus. Weltweit sprechen lediglich 14 Prozent der Unternehmen von einem starken negativen Einfluss. Außerhalb der Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) sind es sogar nur zehn Prozent. Neun von zehn Unternehmen außerhalb der Golfregion sehen entweder keine oder lediglich moderate Auswirkungen.
Innerhalb der GCC-Staaten ist die Situation naturgemäß anders: Dort berichten 55 Prozent der Unternehmen von erheblichen Beeinträchtigungen. Als wichtigste Folgen nennen die Befragten verschobene Veranstaltungen in der Region sowie eine geringere internationale Beteiligung an Messen.
„Unser Barometer zeigt keine Hinweise auf nennenswerte globale Folgewirkungen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten außerhalb der GCC-Region. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten in einzelnen Märkten bleiben die weltweiten Trends positiv“, erklärt Chris Skeith OBE, Managing Director und CEO der UFI.
Wirtschaftslage bleibt größte Herausforderung
Als wichtigste kurzfristige Herausforderung nennen die Unternehmen weiterhin die wirtschaftliche Situation im jeweiligen Heimatmarkt (19 Prozent). Geopolitische Herausforderungen folgen mit 18 Prozent auf Rang zwei. Für die mittelfristige Entwicklung rücken dagegen die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an die Spitze der wichtigsten Einflussfaktoren.
KI setzt sich in der Messebranche durch
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nimmt in der Messewirtschaft weiter deutlich zu. Inzwischen nutzen 91 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen – vier Prozentpunkte mehr als noch vor sechs Monaten. Die Mehrheit setzt dabei auf Standardlösungen, während bereits 17 Prozent KI direkt in ihre bestehenden Systeme integriert haben. Vier Prozent arbeiten sogar mit eigenen, auf Unternehmensdaten trainierten Algorithmen.
Die meisten Unternehmen testen KI derzeit vor allem zur Steigerung der Prozesseffizienz und zur Verbesserung des Kundenerlebnisses. Gleichzeitig wächst der Anteil der Unternehmen, die KI gezielt zur Entwicklung neuer Produkte und zusätzlicher Umsatzpotenziale einsetzen.
Etwas vorsichtigere Erwartungen bei der Marktentwicklung
Beim Blick auf die Entwicklung der vermieteten Ausstellungsflächen zeigen sich die Unternehmen zurückhaltender als noch vor einem halben Jahr. 26 Prozent erwarten 2026 ein Wachstum von mehr als fünf Prozent im Heimatmarkt, 38 Prozent rechnen mit einer stabilen Entwicklung. Vor sechs Monaten hatten noch 44 Prozent ein stärkeres Wachstum prognostiziert.
Breite Datenbasis
Für das aktuelle UFI Global Exhibition Barometer wurden im Juni 2026 insgesamt 466 Unternehmen aus 59 Ländern und Regionen befragt. Der Bericht enthält detaillierte Marktanalysen für 20 Länder und Regionen, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, China, Indien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.
Quelle: Messe & Event Magazin
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