Die globale Brutto-Innenausstellungsfläche wächst auf 45,2 Millionen Quadratmeter. Erstmals verfügt die Region Asien-Pazifik über mehr Messegelände mit mindestens 100.000 Quadratmetern als Europa. Das zeigt die aktuelle „World Map of Exhibition Venues“ von UFI und dem Beratungsunternehmen jwc.
Die globale Messeinfrastruktur wächst weiter, die regionalen Kräfteverhältnisse verschieben sich: Laut der Ausgabe 2026 der „World Map of Exhibition Venues“ des Weltmesseverbands UFI und des Beratungsunternehmens jwc gibt es in der Region Asien-Pazifik mittlerweile 41 Messegelände mit mindestens 100.000 Quadratmetern Brutto-Innenausstellungsfläche. Europa kommt auf 38. Im Vorjahr lagen beide Regionen noch gleichauf.
Weltweit erfasste die Untersuchung zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 1.565 Messegelände mit mindestens 5.000 Quadratmetern Innenausstellungsfläche. Zusammen bieten sie 45,2 Millionen Quadratmeter – 35 Standorte und rund 900.000 Quadratmeter mehr als in der vorherigen Ausgabe.
Asien-Pazifik baut Vorsprung aus
Mit einem Anteil von 38,3 Prozent beziehungsweise 17,3 Millionen Quadratmetern verfügt Asien-Pazifik über die größte Messekapazität weltweit. Europa folgt mit 35,8 Prozent, Nordamerika mit 16,7 Prozent. Der Abstand zwischen Asien-Pazifik und Europa ist damit auf 2,5 Prozentpunkte gewachsen.
Auch andere Regionen gewinnen an Bedeutung: Mittel- und Südamerika sowie der Nahe Osten und Afrika vereinen inzwischen 9,3 Prozent der weltweiten Innenausstellungsfläche auf sich. Ein Jahr zuvor lag ihr gemeinsamer Anteil noch bei 8,4 Prozent.
„Messegelände sind langfristige Investitionen in die wirtschaftliche Infrastruktur. Die diesjährige Weltkarte zeigt, wie sich die Messekapazitäten parallel zum industriellen Wachstum weltweit entwickeln. Insgesamt stehen 45,2 Millionen Quadratmeter zur Verfügung, und erstmals liegt Asien-Pazifik bei den Megastandorten vor Europa. Auch Mittel- und Südamerika sowie der Nahe Osten und Afrika bauen ihren Anteil kontinuierlich aus. Für Veranstalter bedeutet das konkrete Möglichkeiten, in wachstumsorientierten Märkten zu expandieren, deren Infrastruktur auf die Zukunft ausgerichtet ist“, sagt Chris Skeith OBE, CEO von UFI.
Die Größe allein ist nicht entscheidend
Die durchschnittliche Größe der Messegelände unterscheidet sich deutlich zwischen den Regionen. In Asien-Pazifik beträgt sie 39.238 Quadratmeter, in Europa 29.802 Quadratmeter. In Mittel- und Südamerika liegt der Durchschnitt bei 17.327 Quadratmetern. Die Region ist zugleich die einzige weltweit, in der es bislang kein Messegelände mit mindestens 100.000 Quadratmetern gibt.
Global betrachtet dominieren weiterhin kleinere Standorte: 62 Prozent der erfassten Messegelände bieten weniger als 20.000 Quadratmeter Innenausstellungsfläche. Weitere 33 Prozent liegen zwischen 20.000 und 99.999 Quadratmetern. Lediglich fünf Prozent beziehungsweise 84 Standorte erreichen mindestens 100.000 Quadratmeter.
Das weltweit größte Messegelände bleibt der Canton Fair Complex im chinesischen Guangzhou mit 504.000 Quadratmetern.
Jochen Witt, Präsident und CEO von jwc GmbH, betont, dass die Zahlen nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Größe betrachtet werden sollten: „Die Schlagzeilenzahlen drehen sich um Größe, doch die wichtigere Frage ist, ob das Angebot zum Bedarf passt. Die Marktanforderungen verändern sich rasch, und Größe sowie Qualität der Messegelände müssen sich daran anpassen. Einfach nur die größtmögliche Fläche anzustreben, ist nicht mehr zielführend. Erfolgreiche Messestandorte müssen Kapazität und Qualität auf die Marktanforderungen abstimmen. Die meisten Messegelände weltweit bieten weiterhin weniger als 20.000 Quadratmeter – eine Größe, die für viele Märkte ausreicht. Für Städte und Regierungen, die über neue Messekapazitäten nachdenken, liefert die Untersuchung wichtige Vergleichswerte, um die richtige Dimensionierung zu bestimmen. Die Qualität der Messegelände ist ein weiteres Thema, dem jedoch ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.“
China an der Spitze der Länderrangliste
Auch auf Länderebene zeigt sich eine starke Konzentration der Messekapazitäten. China vereint 30,7 Prozent der weltweiten Innenausstellungsfläche auf sich. Dahinter folgen die USA mit 13,9 Prozent und Deutschland mit 7,0 Prozent. Gemeinsam mit Italien und Frankreich kommen die fünf größten Märkte auf knapp 63 Prozent der globalen Fläche. Insgesamt verfügen sieben Länder über jeweils mehr als eine Million Quadratmeter Innenausstellungsfläche.
Die Studie enthält detaillierte Länderprofile für alle 22 Länder und Regionen mit mehr als 300.000 Quadratmetern Innenausstellungsfläche. Dazu zählen Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Mexiko, die Niederlande, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südkorea, Spanien, die Schweiz, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die USA. Ergänzt werden die Profile durch Analysen der fünf Weltregionen.
Studie kostenlos verfügbar
Die „World Map of Exhibition Venues“ dient der Messewirtschaft als Datengrundlage für die Bewertung bestehender Kapazitäten und die Planung künftiger Investitionen. Der vollständige Bericht mit allen Länder- und Regionalprofilen steht kostenlos im Knowledge Hub des Weltmesseverbands UFI unter www.ufi.org/knowledge-hub sowie auf der Website von jwc unter www.jwc.eu.com zur Verfügung.
Die Datenerhebung erfolgte mit Unterstützung nationaler und regionaler Partnerorganisationen aus zahlreichen Ländern. UFI und jwc danken den beteiligten Verbänden, Institutionen und weiteren Partnern für ihre Mitwirkung an der aktuellen Ausgabe.
Quelle: Messe & Event Magazin
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