Die Zugspitze wurde zum Treffpunkt für Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Politik und Gesellschaft. Beim 3. AlpenKlimaGipfel ging es nicht nur um neue Erkenntnisse zum Klimawandel, sondern vor allem um die Frage: Wie wird aus Wissen konkretes Handeln?

Unter dem Leitgedanken „Vom Wissen zum Handeln“ brachte der 3. AlpenKlimaGipfel Experten und Entscheider aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um über die Zukunft des Alpenraums zu diskutieren. Die Zugspitze wurde dabei vom Denkraum zum Handlungsraum: Im Mittelpunkt standen Strategien, Projekte und Lösungen, die den Herausforderungen des Klimawandels begegnen sollen.

Zum Auftakt beleuchteten Fachleute, wie aktuelle Forschungsergebnisse in konkrete Risiko- und Handlungsstrategien übersetzt werden können. Mit dabei waren unter anderem Marc Zebisch (Eurac Research), Marc Olefs (GeoSphere Austria), Zukunfts- und Trendforscherin Anja Kirig sowie Michael Lehning vom SLF der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Katharina Zwettler vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft war live zugeschaltet. Moderiert wurde die Runde von Verena Schneider.

Das zentrale Fazit der zweitägigen Veranstaltung: Der Alpenraum verfügt über Daten, Konzepte und engagierte Pioniere – entscheidend ist nun die Umsetzung. „Der Alpenraum ist kein abstraktes Forschungsobjekt – er ist ein Lebensraum, der sich in Echtzeit verändert. Was wir jetzt brauchen, sind der interdisziplinäre Austausch und der Mut für Veränderung. Für beides ist der AlpenKlimaGipfel die perfekte Bühne“, sagte Andrea Fischer, Wissenschaftlerin am Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Glaziologin und Wissenschaftlerin des Jahres 2023.

Klimaanpassung als gemeinsame Aufgabe

Diskutiert wurden unter anderem aktuelle Klimadaten, Energiesouveränität, Risiken für Infrastruktur und Sicherheit, die Transformation des Tourismus, Auswirkungen auf Sportveranstaltungen sowie Landwirtschaft und Kommunikation als Hebel für Veränderung.

„Der diesjährige AlpenKlimaGipfel hat gezeigt, wie wichtig es ist, den Dialog über die Zukunft des Alpenraums genau dort zu führen, wo die Veränderungen sichtbar werden. Für die Tiroler Zugspitz Arena ist es eine große Verantwortung, die Plattform für diesen Austausch zu bieten – und zugleich ein starkes Signal, dass Tourismus, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam an Lösungen arbeiten“, resümierte Theo Zoller, Obmann des Tourismusverbandes Tiroler Zugspitz Arena.

Auch Ralf Roth, Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und Initiator des D-A-CH Netzwerks „Klima.Sport.Schnee“, sieht den Gipfel als wichtige Plattform: „Mit seiner dritten Ausgabe hat sich der AlpenKlimaGipfel als wichtige Plattform für Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Alpenraum etabliert. Sein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die Verbindung von Ort, Inhalt und Akteuren. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Tourismus, Sport, Medien und Zivilgesellschaft kommen hier zusammen, um nicht nur über Herausforderungen zu sprechen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Tourismus zwischen Wachstum und Verantwortung

Ein Schwerpunkt des zweiten Veranstaltungstages lag auf der Zukunft des Tourismus. Zu den Diskutanten gehörten unter anderem Dirk Glaesser von UN Tourism, Markus Redl (ecoplus Alpin GmbH), Jörn Prehn (Himmelseher Sportversicherungen), Ulrich Jakob Zeni (Landwirtschaftskammer Tirol) und Valentine Troi (GRWONlab).

„Bis 2030 werden rund 37 Milliarden Reisen global erwartet – im Jahr 2016 waren es noch 20 Milliarden. Gerade deshalb ist die Verantwortung des Tourismus im Bereich der Nachhaltigkeit enorm“, erklärte Dirk Glaesser.

Im Rahmen des F.acT-Impulses zeigten Birgit Bosio (MCI Tourismus) und Jakob Hillebrand (Eurac Research) anhand der Tourismus-Observatorien in Tirol und Südtirol, wie Erfolge künftig anders bewertet werden können. Im Panel „Transformationsmodell Alpen“ diskutierten unter anderem Berno Stoffel (Seilbahnen Schweiz), Reinhard Klier (Fachgruppe Seilbahnen WK Tirol), Sybille Wiedenmann (ProAllgäu GmbH & Co), Tirols Umweltanwalt Johannes Kostenzer und Glaziologe Norbert Span über den Transfer von Wissen in konkrete Entscheidungen.

Sicherheit, Sport und neue Zukunftsbilder

Wie stark sich Sicherheitsfragen im alpinen Raum verändern, zeigten Beiträge von Gerhard Mössmer vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und dem Österreichischen Alpenverein sowie Hansueli Rhyner vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung. Mössmer sprach von „einer Art Vollkasko-Mentalität“ am Berg, während Rhyner dafür plädierte, Ferienzeiten stärker an veränderte Saisonbedingungen anzupassen.

Im Panel „Alpine Sportevents im Klimastress“ reichte die Diskussion von Versicherungsfragen bis zur Perspektive der Athleten – unter anderem mit der ehemaligen ÖSV-Rennläuferin Mirjam Puchner.

Zukunftsforscher Klaus Kofler widmete sich der Frage, wie Nachhaltigkeit besser vermittelt werden kann. „Wenn Zukunft vor allem Angst macht, ziehen sich Menschen zurück und bleiben in der Gegenwart stecken. Deshalb müssen wir Menschen wieder befähigen, in positive Zukunftsräume einzutauchen und Zukunft als gestaltbar zu erleben. Denn Menschen lernen nicht allein über Argumente, sondern vor allem durch Erfahrungen.“

Praxisbeispiele lieferten die sogenannten „True Impact Stories“ aus Landwirtschaft, Forschung und Unternehmertum – unter anderem mit Martin Egger vom Maschinenring Tirol, Unternehmer Tobias Neuber von ACTANOL und Mats Mosel von Protect our Winters.

Alps Future Award: Projekte mit Umsetzungskraft

Ein Höhepunkt des AlpenKlimaGipfels war die Präsentation der Finalisten und Gewinner des erstmals vergebenen Alps Future Awards. Im Rahmen eines Speeddatings stellten die Projekte ihre Lösungen einem Fachpublikum vor und unterstrichen damit das Motto der Veranstaltung: „Tu es!“

Die Auszeichnung wurde am Vorabend des Gipfels in zwei Kategorien vergeben. Die prämierten Projekte stehen exemplarisch für konkrete Ansätze, die den Wandel im Alpenraum aktiv gestalten sollen.

„Der dritte AlpenKlimaGipfel war wieder getragen von einem offenen Dialog auf Augenhöhe, welcher die Veranstaltung auszeichnet. Als Lebensraum Tirol Gruppe ist es unser Anspruch, diesen Schulterschluss von Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft weiter voranzutreiben, damit aus dem Dialog Schritt für Schritt sichtbare Veränderungen werden“, sagte Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe.

Der 3. AlpenKlimaGipfel machte deutlich: Die Herausforderungen im Alpenraum sind komplex – doch Lösungen entstehen dort, wo Wissen geteilt, Verantwortung übernommen und gemeinsam gehandelt wird. Weitere Informationen zu Programm und Speakern sind unter www.alpenklimagipfel.jetzt abrufbar.

Quelle: Messe & Event Magazin

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Kategorien: Messebau

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